Tierkrankengymnastik-Berlin Martina Schatz-Heinrich

Begriffserklärungen

 

Arthritis: Gelenkreizung mit unterschiedlicher Ursache, ausgelöst durch z.B. Unfall, bei dem es zu krankmachender Gelenkeinwirkung kommt.

Gelenkreizung ohne Einwirkung von außen. Z.B. durch Infektion, allergische Reaktion, Gelenkrheuma. Betroffen sind verschiedene Gelenkanteile wie Gelenkkapsel, Bänder und Gelenkknorpel.

 

Arthrose: Verschleißerscheinungen der knorpeligen Gelenkflächen und im fortgeschrittenen Stadium Veränderungen der Knochenflächen der betroffenen Gelenke.

 

Asthma bronchiale: Anfallsweise Verengung der Bronchien und kleinen Bronchien durch Schleimhautschwellung, Sekretbildung durch Entzündung sowie Verkrampfung der Atemmuskulatur mit der Folge der Atemnot.

Ursachen sind allergisch bedingt oder erhöhte Infektanfälligkeit, hormonell bedingt in jungen Jahren oder auch bei schweren Herz- und Lungenerkrankungen (Tumor, TBC etc.).

 

Neurologie: Lehre der Rehabilitation und Begutachtung von Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems sowie der Muskulatur.

Zentral = das Gehirn betreffend

Peripher = im äußeren Körperbereich

Vegetatives Nervensystem = dem Willen unabhängige Lebensvorgänge

 

Ödem: Ansammlung von Flüssigkeiten im Gewebe von Haut, Schleimhaut, Nervengewebe in Hohlräumen von Organen. Meist bei Weichteil-schwellungen durch Entzündung hervorgerufene Ausschwemmung von Flüssigkeit aus den umliegenden Gefäßen.

 

Orthopädie: Lehre von der Entstehung, Prophilaxe und Therapie angeborener und erworbener Krankheiten des Bewegungsapparates.

 

Phantomschmerz: Nach Amputation einer Gliedmaße auftretender Schmerz in nicht mehr vorhandenem Körperteil. Auch noch nach Jahren! Z.B. auch bei kopierter Rute bei bestimmten Hunderassen.

 

Rheumatischer Formenkreis: Rheumatismus-Schema. Symptom-bezogener Gruppenbegriff für schmerzhafte, funktionsbeeinträchtigende Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems unter Beachtung der begleitenden auftretenden Organbeteiligungen. Die Erkrankungen sind erfaßt bei der „Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie“. Unterschieden wird in entzündlicher Rheumatismus an Gelenken und Weichteilen und der degenerative (nicht rückführbar) Rheumatismus.

 

Trauma: Den Organismus schädigende Einwirkung. Z.B. durch Unfall, Verletzung, Knochenverletzung, Verletzungen durch chemische Einwirkung.

 

Traumatologie: Lehre von der Entstehung, Verhütung und Behandlung von Traumen.

 

Therapieformen

 

Akupressur/Akupunktur: Die Reizung von Akupunkturpunkten mittels Fingerdruckmassage bzw. Nadelung ist die älteste Heilmethode. Über Punkte an der Körperoberfläche können Störungen im Inneren behoben werden.

Nutzen der Akupressur- bzw. Akupunkturbehandlung:

• Linderung funktioneller Störungen

• Schmerzbefreiung bzw. Schmerzlinderung nach genauer Diagnose

• Unterstützung des Heilungsprozesses

• Leistungssteigerung

• Bei Notfällen als „Erste Hilfe“

• Herstellen des biochemischen Gleichgewichtes des Organismus

• Bei psychischen Beschwerden

Ärzte und Heilpraktiker erlernen über ein langes Studium die klassische Akupunktur bzw. Akupressur. Während die Akupressur in der Human-medizin nur von Ärzten und Heilpraktikern ausgeführt werden darf, kann die Akupressur auch vom Leien erlernt werden.

 

Bobath: Spezielle Therapieform nach dem Konzept des Therapeuten-Ehepaares K. und B. Bobath. Behandelt werden hierbei besonders Erkrankungen aus dem neurologischen Bereich aber auch körperliche Funktionsstörungen die eine fehlerhafte Aktion zwischen zentralen Nervensystem und dem ausführenden Körperteil (also Gehirn und seine Leitungsbahnen) hervorrufen. Die Wirkung liegt darin, unkoordinierte Aktivitäten zu beseitigen und neue Bewegungsmuster anzubahnen.

Wie z.B. beim Schonhinken, Belastungsverschiebungen des Rumpfes und der Extremitäten. Lähmungen aller Art, Gangschulung, Sensibilitäts-störungen, Wahrnehmungsstörungen. Die Behandlung besteht aus einer Abfolge aufeinander aufbauender Aktivitäten, mit dem Ziel, verloren-gegangene Funktionen wieder herzustellen. Das Nervensystem lernt durch aktives Handeln! Das neue Wachstum von Nervenzellen ist auf funktionelle Anforde-rungen (koordiniertes Bewegen) angewiesen. D.h. wird eine Extremität über längere Zeit nicht mehr bewegt, verkümmern die Nerven-bahnen als Informationsleitung zum Gehirn.

 

Elektrotherapie: Therapeutischer Einsatz elektrischen Stromes. Z.B. Hochfrequenz- und Reizstromtherapie. Elektroden, meist in Plattenform, werden am Körper angelegt und Gleichstrom mit unterschiedlicher Frequenz und Stärke abgeleitet. Die Wirkung ist je nach Stromart schmerzlindernd, durchblutungsfördernd oder entstauend bei Ödemen sowie Aktivierung bestimmter Muskelgruppen bzw. Stimulierung defekter Nervenbahnen (wenn kein zentraler Defekt vorliegt).Andere Formen z.B. auch Ultraschall, Magnetfeld etc.

 

Feldenkrais-Methode: Therapie und Lernmethode entwickelt von dem israelischen Physiker Moshe Feldenkrais. Schulung von körperlichen Fähigkeiten bzw. Bewegungsabläufen. Wahrnehmungsschulung von Körperfunktionsketten. Sanfte Methode um Schmerzen zu lindern und Bewegungseinschränkungen zu verbessern oder zu beseitigen. „Bewußtheit durch Bewegung“.

 

Kryotherapie: Eistherapie; Eisabreibungen, Eispackungen, Eiskompressen und Bandagen zur Beseitigung von Schwellungen und zur Schmerz-linderung und Muskelentspannung auch als Einleitung für eine Behandlung.

 

Lymphdrainage: Entstauende Massagetechnik bei Schwellungen des Gewebes aller Art, besonders bei Lymphödemen.

 

Manuelle Therapie: Mit der Hand bzw. mit beiden Händen ausgeführte Technik. Durch Zug- und Schubwirkungen werden funktionell ein-geschränkte Gelenke mit bestimmten Handgriffen in der Beweglichkeit manipuliert (=Chirotherapie). Man kennt mehrere Methoden, je nach Schule. Z.B. Manuelle Therapie nach Cyriax (Orthopädie-Arzt aus London). Die Grifftechniken dienen zur Diagnostik sowie Therapie von Gelenken.

 

Shiatsu: Verbindung von alten traditionellen japanischen Techniken der Akupressur mit westlichen neuen Massagetechniken. Grundlagen der fernöstlichen Medizin, insbesondere die Meridian-Lehre. Es gibt ver-schiedene Stile, die bekannteste Form ist das Zen-Shiatsu.

Meridiane = Ströme der Lebensenergie eines jeden Individuums.

 

Tellington-Touch: Auch TTouch - Von der Amerikanerin Linda Tellington 1970 entwickelte Methode, ursprünglich für Pferde. Die Therapieform wurde nach der Feldenkrais-Methode für Tiere modifiziert und vertieft die Kommu-nikation zwischen Mensch und Tier und baut eine tiefere Verbindung auf. Der TTouch verbessert Gesundheits- und Verhaltensprobleme und bahnt neue Bewegungsmuster an bzw. verbessert die Bereitschaft zu lernen. Zur Schmerzlinderung und Beschleunigung von Heilungsprozessen bei Ver-letzungen. Bei älteren Tieren kann die Lebensqualität verbessert werden (chron. Kranke). Die Sozialisierungsphase bei Welpen und Jungtieren wird beeinflußt. Der TTouch hilft nervösen, hyperaktiven (übertrieben aktiv), gestressten und ängstlichen Tieren sowie Tieren, die Angst vor Geräuschen haben (Gewitter o.ä.), bei Ausstellungsstreß, Reisekrankheit, extremes Bellen, Zerkauen von Gegenständen, Tierarzt-Angst und vieles mehr.

Die kreisenden massageähnlichen Bewegungen und Griffe können bei allen Tieren angewendet werden. Die Methode arbeitet mit rhythmisch gleichmäßiger Atmung mit den Griffen verschiedener Druckstärken, Geschwindigkeiten, Handpositionen und Bewegungen.